Mini-Experimenten sind toll! Und bewirken manchmal mehr als ihre größere Variante.
Eine Anregung zum Experimentieren ab der 5. Klasse.

Bei Dichte steigen meine Schüler immer aus. Ich weiß nicht, wie ich das anschaulich unterrichten soll.
Im Wasser-Becken!
Aggregatzustandsänderungen, schon bei dem Wort hab ich die Hälfte der Klasse verloren…
Öl und Wasser einfrieren und vergleichen. Man sieht sogar die Dichte-Änderung in unterschiedliche Richtungen!


Ich hab sogar versucht Kristalle mit den Kindern zu ziehen. Aber die dummen Kristialle wollten nicht.
Machs auf Papier, funktioniert immer und die Kinder verlieren sie nicht so leicht, weil sie’s abheften können.
Worum geht es?
Experimente sind toll!! Sie lockern Stunden auf, sind anschaulich und aktivierend. Doch allzuoft bleibt zwar das Experiment im Gedächtnis, aber nicht, was man daran eigentlich lernen sollte. In dieser Reihe möchte ich Ihnen das Prinzip der Mini-Experimente ans Herz legen. Denn Mini-Experimente schaffen oft mehr, als ihre „normale“ Version: Eine wirkliches Verständnis für die wissenschaftliche Methode.
Mini-Experimente
- einfaches, ungefährliches und günstiges Material
- echte und eigene Erkenntis
- passen in jede Stunde
Warum müssen die Experimente Mini sein?
Viele „typischen Einsteiger-Experimente“ sind eigentlich nicht schwierig. Das heißt aber nicht, dass sie Experimentier-Einsteiger nicht überfordern. Denn egal wie einfach eine Aufgabe ist, wenn man 10 einfache Aufgaben auf einmal machen soll, ist es für jeden zuviel! Und unsere SchülerInnen machen nun mal die meisten dieser Aufgaben zum ersten mal…
Zu viel ist zu viel, egal wie einfach!
- Wo geht die Waage an? Die ist in g, ist das richtig?
- Wieso NaCl, ich dachte Salz?
- Wachsen? Wieso sollten Kristalle wachsen? Die leben doch nicht!
- Wie viel Wasser? Wo steht das?
- Wie viel sind den 100ml auf der Waage?
- …
Weniger ist mehr!
Haben Sie den Mut, Ihre SchülerInnen scheinbar (inhaltlich) zu unterfordern. Denn nur so werden sie zu eigenständigen Experimentatoren, die wirklich Fragen stellen, Hypothesen aufstellen, diese testen und eigene Schlusslofgerungen ziehen. Denn gerade diese Schritte sind doch das, was wir eigentlich vermitteln wollen, die wirkliche wissenschaftliche Methode.
Mini-Experimente scheinen erst mal zu simpel. Aber dadurch kommt jedes Kind mit und hat noch so viel Arbeitsspeicher im Kopf frei, um auch zu verstehen, was es da tut. Außerdem sind nach dem Experiment noch so viele Fragen offen, dass die SchülerInnen immer anfangen Fragen zu stellen. Die perfekte Gelegenheit für das nächste Experiment…
Wenn die Klasse ein Eigenleben entwickelt
Gerade fertig mit dem Experiment: „Was passiert mit Salz in Wasser?“ Schon meldet sich ein Drittel der Klasse.
- Mein Salz war aber nicht weg?
- Dann hast du nicht genug gerührt!
- Oder zu viel rein gemacht!
- Wie viel ist denn zu viel?
- Können wir das ausprobieren?
- Wie denn?
- Geht das auch mit Zucker? Oder mit Mehl?
- …
Ja, ihr müsst ein Protokoll schreiben!
Am Anfang gehasst, am Ende geliebt. Denn alles ist Wissenschaft, wenn man dazu ein Protokoll schreibt! Und wenn die Experimente nur 10 min dauern und ein Protokoll geschrieben wird, dann kann man doch mal ein paar mehr im Unterricht machen.
Und so wächst die Experimente-Sammlung…
Was mit 6 Experimenten zum Thema Dichte und Löslichkeit begann, ist inzwischen eine Sammlung aus über 35 Experimenten. Denn in jedem Jahr gab es neue spannende Fragen der SchülerInnen. Geht das auch mit Zucker? Was ist, wenn das Wasser heiß ist? Schwimmt das dann in Wasser, aber nicht in Öl? Und nicht selten, habe auch ich Dinge gelernt, die ich vorher nicht wusste.
Mini-Experiment heißt auch Mini-Protokoll
Keine Lücken-Protokolle zum Ausfüllen! Wir starten mit einem leeren Blatt. Doch wenn das Experiment mini ist, ist es das Protokoll auch. Eine Struktur wird immer eingehalten:
- Vor dem Experiment: Frage, Hypothese, Material
- Während des Experiments: Durchführung, Beobachtung/Messdaten
- Nach dem Experiment: (Auswerung), Ergebnis (mit Bezug zur Frage und Hypothese)
Als LehrerIn geben wir zusätzlich nach jedem Experiment kurz die wichtigsten Fach-Infos auf die man durch das Experiment nicht kommen kann, z.B Fachbegriffe. Doch haben Sie immer den Mut, Fragen offen zu lassen. Vielleicht wird das nächste Experiment daraus.

Die ganze Experimente-Sammlung gibts im Material zum Download: